Los Angeles, 11. November (AFP) - Beim Löffeln einer Muschelsuppe in einem Restaurant hat eine Kalifornierin eine höchst unappetitliche Überraschung erlebt: Laura Sultan kaute nicht auf einer Meeresfrucht, sondern auf einem Kondom. Wegen des Vorfalls legte die 48-Jährige jetzt Klage gegen die US-Restaurantkette McCormick and Schmick's Seafood ein, wie die US-Tageszeitung "Los Angeles Times" am Montag berichtete. Sultan und ihre beiden damals anwesenden Freundinnen wollten die Gaststätte wegen Nachlässigkeit und Zufügung seelischen Schmerzes belangen. Die Restaurantkette streitet die Vorwürfe jedoch ab.
"Ich ging durch Hölle", sagte Sultan der Zeitung. Nachdem sie merkte, dass das Gummiartige zwischen ihren Zähnen keine Muschel war, spuckte sie das Kondom aus und rannte zur Toilette, wo ihr heftig übel war. "Es gab keinen Zweifel daran, was das war", bestätigte Paula Wild, eine von Sultans Begleiterinnen bei dem besagten Restaurantbesuch im Februar vergangenen Jahres. Das aufgerollte Präservativ könnte sogar schon benutzt gewesen sein, glauben die Frauen. "Glauben Sie mir, ich habe schon eins in meinem Leben gesehen", fügte Wild hinzu. Der Geschäftsführer der Restaurantfiliale im kalifornischen Irvine habe das Kondom als Beweisstück aufbewahrt.
Nach dem eckligen Erlebnis habe Sultan jegliche Lust am Essen und an Sex verloren und knapp fünf Kilogramm abgenommen, sagte sie der Zeitung. Wegen des psychologischen Traumas musste sie ein Jahr lang professionell betreut werden und schluckte Medikamente gegen Depression und Beklemmung. Ein HIV-Test sei negativ verlaufen.
Die Restaurantkette weist die Schuld aber von sich. Zunächst reichte McCormick and Schmick's Seafood Klage gegen seinen Meeresfrüchtelieferanten ein, aber ein Richter wies den Fall ab. Jetzt muss sich die Kette wegen der Klage der Restaurantbesucherinnen selbst vor Gericht verantworten. "Es gibt absolut keinen Beweis, dass das Restaurant die Quelle des Kondoms war", argumentiert der Anwalt des Unternehmens. Entweder hätten es die Frauen das Verhütungsmittel selbst in die Suppe geworfen oder ein anderer Gast habe es "als Gag" hineingetan. Der Prozess soll im kommenden Januar beginnen.
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