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Frankreich/Afrika/UNO/Aids/Medizin: Chirac fordert Zugang zu günstigen Medikamenten für Aids-Kranke - WHO kündigt Nothilfemaßnahmen für Infizierte an

Agence France-Presse - September 22, 2003


New York, 22. September (AFP) - Der französische Präsident Jacques Chirac hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, allen Aidskranken Zugang zu preisgünstigen Medikamenten zu verschaffen. Alle Staaten müssten einsehen, dass dies nicht von der Aids-Prävention zu trennen sei, sagte Chirac bei einer Debatte zur Immunschwächekrankheit in der UN-Vollversammlung am Montag in New York. "Untätigkeit ist heute durch nichts mehr zu rechtfertigen", fügte Chirac hinzu. Der weltweite Fonds gegen Aids, Tuberkolose und Malaria müsse jedes Jahr um drei Milliarden Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) aufgestockt werden. Frankreich werde sich dafür einsetzen, dass die EU ein Drittel davon trage. Ein weiteres Drittel müsse von den USA gezahlt werden, der Rest von den übrigen Staaten. Chirac forderte die Ausrufung eines "Weltgesundheitsnotstands".

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach angesichts der schlechten medizinischen Versorgung von HIV-Infizierten von einem "Notstand" und kündigte Nothilfemaßnahmen an. Wie die WHO in Genf erklärte, will sie am 1. Dezember einen Plan vorstellen, nach dem drei Millionen Menschen Medikamente erhalten sollen. Nach den derzeitigen Kapazitäten der Hilfsprogramme könnten nur eine Million Kranke versorgt werden. Den am stärksten betroffenen Ländern will die WHO Notfallteams zur Verfügung stellen, welche die Verteilung der Medikamente organiseren sollen.

Es gebe Medikamente, die für einen Dollar pro Tag oder weniger zu haben seien, betonte die WHO. Doch viele Bedürftige hätten keinen Zugang dazu. Nur 300.000 der sechs Millionen Infizierten, die behandelt werden müssen, werden laut WHO derzeit medizinisch versorgt.

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