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Afrika/UNO/Aids/Kinder/ZF: UN-Organisationen mahnen mehr Anstrengungen bei Kampf gegen Aids an - Weltweit 42 Millionen Menschen mit HIV infiziert

Agence France-Presse - September 22, 2003


Nairobi/New York, 22. September (AFP) - Angesichts des alarmierenden Vormarsches von Aids in Entwicklungsländern haben mehrere UN-Organisationen ein entschiedenes Handeln im Kampf gegen die Epidemie gefordert. "Die Regierungen können nicht behaupten, dass es dringendere Aufgaben gibt", sagte Michael Carael von UNAIDS am Montag bei einer Aids-Konferenz in Nairobi. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit 42 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, allein im vergangenen Jahr starben drei Millionen. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF drängte auf den verstärkten Schutz von Kindern. In New York debattierte die UN-Vollversammlung über Aids.

Aids sei "mehr als eine Krankheit", da sie Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft habe, betonte Carael. Seit dem 2001 gesteckten Ziel der UN-Mitgliedstaaten, die Epidemie bis 2015 zu stoppen und rückläufige Zahlen zu erreichen, seien viele Zusagen gemacht und Gelder bereitgestellt worden. Aber an konkreten Handlungen fehle es noch. UNAIDS-Chef Peter Piot sagte, die derzeitigen Bemühungen seien "gänzlich ungenügend". So wollten die UN-Mitgliedstaaten bis 2005 80 Prozent der HIV-infizierten Schwangeren Zugang zu Medikamenten verschaffen. Bislang wurde dies jedoch erst für ein Prozent erreicht.

Zur Eröffnung der Aids-Debatte in der UN-Vollversammlung forderte UN-Generalsekretär Kofi Annan stärkere Anstrengungen. "Unsere Mittel sind gestiegen, aber sie liegen noch weit unter dem Notwendigen", sagte er. WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee forderte laut vorab veröffentlichtem Redetext ein radikales Umdenken: "Um den Millionen Infizierten eine Behandlung zu ermöglichen, müssen wir unser Denken und unser Handeln ändern", erklärte er in New York.

Am stärksten von Aids betroffen ist nach wie vor Afrika. Von den 42 Millionen weltweit Infizierten leben 29,4 Millionen südlich der Sahara. Dort ist die Krankheit weiter auf dem Vormarsch: 3,5 Millionen Neuinfektionen wurden laut UNAIDS im vergangenen Jahr gemeldet; nur in Kenia, Sambia und Malawi wurde ein Rückgang verzeichnet. 2,5 Millionen Menschen starben in Subsahara-Afrika an der Immunschwächekrankheit, 14 Millionen Kinder wurden zu Aids-Waisen. 58 Prozent der Infizierten südlich der Sahara sind Frauen.

Laut UNICEF infizieren sich jeden Tag rund zweitausend Kinder unter 15 Jahren mit dem HI-Virus. Bei 90 Prozent der Kinder werde das Virus während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen von der Mutter auf ihr Kind übertragen. UNICEF-Direktorin Carol Bellamy forderte mehr Aufklärungsarbeit: "Die Frage, ob wir die Jugendlichen mit unseren Aufklärungskampagnen erreichen, wird über den weiteren Verlauf der Epidemie entscheiden."

Der HIV-Aktivist Keletso Makgekgenene aus Botsuana sagte auf der Internationalen Konferenz zu Aids und Geschlechtskrankheiten in Afrika, in seinem Land herrsche noch immer der Glaube, HIV-infizierte Männer könnten durch Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau geheilt werden. Botsuana hat mit 40 Prozent der Bevölkerung die höchste Infektionsrate weltweit. Die Konferenz hatte am Sonntag im kenianischen Nairobi begonnen und endet am Freitag.

Der US-Milliardär Bill Gates sagte, Aids sei für viele Menschen in der westlichen Welt fast "unsichtbar". Dadurch lasse sich der Mangel an Spenden erklären, sagte der reichste Mann der Welt während eines Jugendforums in Johannesburg, an dem auch der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela teilnahm. Mandela sagte, der Kampf gegen Aids erfordere "eine neue soziale Revolution", ähnlich des Kampfes gegen die Apartheid. Laut UNAIDS sind fünf Millionen der 45 Millionen Südafrikaner mit HIV infiziert.

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