Köln/Nairobi, 22. September (AFP) - Zum Beginn der UN-Vollversammlung zum Thema Aids und der Aids-Konferenz in Nairobi hat das UN-Kinderhilfswerk UNICEF auf den verstärkten Schutz von Kindern vor der Krankheit gedrungen. Jeden Tag infizierten sich rund zweitausend Kinder unter 15 Jahren mit dem HIV-Virus, erklärte UNICEF am Montag. Bei 90 Prozent der Kinder werde das Virus während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen von der Mutter auf ihr Kind übertragen. Viele sterben demnach vor ihrem fünften Geburtstag. Notwendig für die Eindämmung der Epidemie seien vor allem mehr finanzielle Mittel, um die Mutter-Kind-Übertragung zu verhindern und die Aufklärung über Ansteckungswege und möglichen Schutz zu verbessern.
"Die Frage, ob wir die Jugendlichen mit unseren Aufklärungskampagnen erreichen, wird über den weiteren Verlauf der Epidemie entscheiden", sagte UNICEF-Direktorin Carol Bellamy. Sie forderte die Weltgemeinschaft auf, dafür endlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Nach UN-Schätzungen haben rund zehn Millionen Kinder im Afrika südlich der Sahara einen oder beide Elternteile durch Aids verloren. Mehr als zwei Drittel der 15- bis 24-jährigen Mädchen im südlichen Afrika wüssten bis heute nicht, wie sich vor Aids schützen könnten und steckten sich deshalb häufiger und früher an als gleichaltrige Jungen und Männer.
Im kenianischen Nairobi hatte am Sonntag die 13. Internationale Konferenz zu Aids und Geschlechtskrankheiten in Afrika begonnen. Der UN-Sondergesandte Stephen Lewis kritisierte zum Auftakt der Konferenz mit rund 8000 Teilnehmern die reichen Industrieländer, die Milliarden für den Anti-Terror-Kampf ausgäben, während Millionen Afrikaner verzweifelt auf Medikamente warteten. In New York berät die UN-Vollversammlung ebenfalls über Aids.
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