agence france-presse
click here to return to agence france-presse main menu

Kanada/Afrika/UNO/Aids: Gel soll Wunderwaffe gegen Immunschwächekrankheit Aids werden - Kanadischer Forscher arbeitet an revolutionärem Mittel

Agence France-Presse - September 23, 2003


Nairobi, 23. September (AFP) - Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids könnte sich ein Killer-Gel gegen das Aids erregende HIV-Virus als Wunderwaffe bewähren. Bei der 13. Internationalen Aids-Konferenz im kenianischen Nairobi stellte ein kanadischer Forscher am Dienstag seine Idee vor, die Ausbreitung der Krankheit mit einem Gel zu verhindern, das wie ein Gel zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Da die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Aids "sicherlich noch Jahre entfernt", könne sich ein solches Gel als vielversprechender Ansatz im Kampf gegen Aids erweisen, sagte Mark Wainberg, der Direktor des Aids-Zentrums an der McGill-Universität im kanadischen Montreal.

Das Gel würde insbesondere solche Frauen vor der tödlichen Infektion schützen können, die zum Geschlechtsverkehr gezwungen werden. Allerdings nannte Wainberg gleich mehrere Faktoren, durch die die Entwicklung dieses Gels gehemmt werde. Dazu zählte er die ständigen Mutationen des HIV-Virus, das mangelnde Interesse der Pharma-Konzerne und die Schwierigkeiten bei der Konzeption eines gezielt einsetzbaren Wirkstoffs. So wurde bei einem Test des Wirkstoffs Nonoxynol-9 unter mehreren hundert Prostituierten in Entwicklungsländern festgestellt, dass das Risiko einer HIV-Erkrankung nach der Nutzung nicht sank, sondern sogar zunahm. Dieses Gel, das ursprünglich als Mittel zur Empfängnisverhütung entwickelt worden war, wurde in der Testphase von den Frauen im Schnitt mehrmals täglich angewendet. Vermutlich wurden die natürlichen Schutzmechanismen in der Vagina dadurch zerstört.

Erfolge verspricht sich Wainberg neuerdings von Wirkstoffen wie PMPA, UC781 und Calanolide A, die sich mit den Aids-erregenden Viren verkoppeln und dadurch ihre anti-immunisierende Wirkung verhindern. Solche Wirkstoffe wurden bereits erfolgreich bei Halbaffen und Mäusen eingesetzt. Allerdings wurde noch keiner dieser Wirkstoffe für den langwierigen Test einer Eignung beim Menschen zugelassen. "Wir haben keine besonders großen Leistungen bei dem Versuch erzielt, die großen Pharma-Gesellschaften einzubeziehen", sagte Wainberg. Regierungen und Hilfsorganisationen müssten Wege finden, die Forschung an solchen Mitteln finanziell lukrativ zu gestalten.

030923
AF0309B3_DE


© Agence France-Presse 2003. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt.   http://www.afp.com/

AEGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, the National Library of Medicine, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2003. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.

©1990, 2003 - AEGiS. AEGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on AEGiS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of AEGiS, or the party credited as the provider of the content.