Johannesburg, 21. September (AFP) - Im kenianischen Nairobi hat am Sonntag die 13. Internationale Konferenz zu Aids und Geschlechtskrankheiten in Afrika begonnen. Der UN-Sondergesandte Stephen Lewis kritisierte zum Auftakt der Konferenz mit rund 8000 Teilnehmern die reichen Industrieländer, die Milliarden für den Anti-Terror-Kampf ausgäben, während Millionen Afrikaner verzweifelt auf Medikamente warteten. Lewis sprach von einer "grotesken Obszönität der modernen Welt". Von mehr als vier Millionen Afrikanern, die anti-retrovirale Medikamente brauchen, hatten demnach bis Ende vergangenen Jahres nur 50.000 von ihnen Zugang zu solchen, also gut ein Prozent.
Vor dem Treffen hatten Aktivisten gewarnt, dass trotz Milliardensummen und der Einigung der Welthandelsorganisation WTO von August über einen leichteren Zugang ärmerer Länder zu Nachahmermedikamenten gegen Aids die größten Probleme bestehen blieben. Die neue Regelung erlaubt Entwicklungs- und Schwellenländern ohne eigene pharmazeutische Industrie, so genannte, billigere Generika-Produkte zu importieren. Der weltweite Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose geht von Ausgaben in Höhe von rund fünf Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) im Kampf gegen die Krankheiten aus. Im vergangenen Jahr starben in Afrika südlich der Sahara mehr als drei Millionen Menschen an Aids.
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