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WTO/EU/Gesundheit/Entwicklung/Pharma/DOK: Gleich gut - aber nicht so teuer - Generika sind billige Nachahmer-Produkte von Arzneien

Agence France-Presse - August 29, 2003


Berlin, 29. August (AFP) - Die Welthandelsorganisation WTO ringt weiter um eine Einigung im Streit um billige Arzneikopien. Entwicklungsländer fordern eine Lockerung des Patentschutzes, um Duplikate teurer Präparate im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria einsetzen zu können. Diese billigen Nachahmerprodukte (Generika) enthalten die gleichen Wirkstoffe wie die teuren Ursprungsmedikamente. Sie können also genauso angewandt werden wie die Originalpräparate, kosten den Patienten beziehungsweise seine Krankenkasse aber deutlich weniger.

Nach bisherigem Recht dürfen Generika erst nach Ablauf des PATENTSCHUTZES auf den Markt gebracht werden. Dieser beträgt zumeist 20 Jahre. Allerdings gilt er vom Tag der Patentanmeldung an. Da bis zur Markteinführung nach Angaben des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in der Regel bis zu 14 Jahre vergehen, hat der Hersteller nur wenige Jahre, in denen er aufgrund seines Monopols den Preis diktieren kann.

Die Pharmaforscher wollen deshalb den Patentschutz beibehalten, möglichst sogar verlängern. Sie verweisen auf die FORSCHUNGSKOSTEN: Die großen forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland stecken nach eigenen Angaben täglich fast zehn Millionen Euro in die Entwicklung neuer Medikamente - aufs Jahr gerechnet sind dies rund 3,6 Milliarden Euro.

Die Anbieter von Generika wiederum haben vor allem ein überzeugendes Argument: den PREIS. Ihr Produkt kostet bei Markteinführung nach Ablauf des Patentschutzes den Angaben des Deutschen Generikaverbandes in der Regel 20 Prozent weniger als das Original. Da der Ursprungsanbieter nachziehen muss und oft auch andere Generika-Hersteller auf den Markt drängen, dreht sich die Preisspirale schnell nach unten: Ein Jahr später kostet das Medikament in der Regel nur noch ein Viertel des Originalpräparates zu Zeiten des Patentschutzes.

Ihr MARKTANTEIL am Gesamtapothekenumsatz lag in Deutschland im ersten Halbjahr bei knapp 30 Prozent. Noch deutlicher fällt die Zahl aus, wenn nur Medikamente betrachtet werden, bei denen die Patente abgelaufen sind. Hier verschreiben die Ärzte nur noch zu 30 Prozent das Originalpräparat und zu 70 Prozent die billigeren Kopien.

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