Genf, 21. Juli (AFP) - Der neue Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Jong Wook Lee, hat einen entschlossenen Kampf gegen Aids angekündigt. Innerhalb von zwei Jahren sollten drei Millionen Aids-Patienten in armen Ländern mit Medikamenten versorgt werden, kündigte der südkoreanische Arzt bei seinem Amtsantritt am Montag in Genf an. Auch wolle er die Rolle der WHO bei der Bekämpfung der tödlichen Immunschwächekrankheit stärken. Zur Verbesserung der weltweiten Gesundheitsversorgung will der 58-Jährige unter anderem Personal und Logistik von der WHO-Zentrale in regionale Ableger der Organisation verlagern. Der Mangel an ausgebildetem Personal behindere das Erreichen von Zielen wie etwa einem Absenken der Sterblichkeit von Müttern.
Die Arbeit der WHO-Mitarbeiter solle in den nächsten Jahren drei Prinzipien folgen, betonte Jong: "Wir müssen das Richtige tun, wir müssen es an den richtigen Orten tun, und wir müssen es auf richtige Art und Weise tun."
Jong trat am Montag die Nachfolge der Norwegerin Gro Harlem Brundtland als WHO-Direktor an. Sein Amtsantritt fällt in eine Zeit, in der Mediziner weltweit an einem Mittel gegen die gefährliche Lungenkrankheit Sars forschen. Bei seiner Wahl im Mai in Genf versprach er den WHO-Delegierten, den Kampf gegen das tödliche Virus, an dem seit November weltweit 800 Menschen starben, vorantreiben zu wollen. Jong ist Spezialist für Infektionskrankheiten und seit zwei Jahrzehnten für die WHO tätig. Er ist der erste Südkoreaner an der Spitze einer UN-Behörde. Die frühere norwegische Ministerpräsidentin Brundtland war seit 1998 im Amt und verzichtete auf eine zweite Amtsperiode.
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