Paris, 14. Juli (AFP) - Lautstarke Störer haben bei einer großen Aids-Konferenz in Paris ausdrückliche Zustimmung vom früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela erhalten. Als Mandela seinen Redebeitrag vor den rund 5000 Teilnehmern des Kongresses gerade beendet hatte, rollten ein Dutzend Demonstranten Spruchbänder aus und riefen "Behandelt die sechs Millionen! - Wo sind die zehn Milliarden?" Sie bezogen sich auf die weltweit Millionen Aids-Kranken, für deren Behandlung mit Retro-Viren geschätzte zehn Milliarden Dollar erforderlich wären.
Als Mandela die Aktion wahrnahm, reagierte er zunächst mit einem breiten Lächeln. Nach dem Lesen eines Spruchbandes mit der Aufschrift "Die Lügen der Aids-Geber töten" fiel er in den Sprechchor mit ein. Er ließ sich auf ein Gespräch mit der Anti-Aids-Aktivistin Gaelle Krikorian von der Gruppe "Act up" ein, die zu ihm auf die Bühne kletterte. "Ich sagte ihm, wir brauchen Ihre Unterstützung", fasste Krikorian zusammen. "Er sagte, dass er uns unterstützt." An der Pariser Aids-Konferenz, dem größten Kongress zu der Immunschwäche-Krankheit in diesem Jahr, nehmen vor allem Wissenschaftler teil. Auf Aids-Kongressen gab es in der Vergangenheit schon oftmals lautstarke, gewaltlose Proteste.
Die US-Regierung will in den kommenden fünf Jahren 15 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) für den Kampf gegen Aids bereitstellen, hat dafür aber nicht die volle Unterstützung des Kongresses. Die EU-Staaten hatten sich bei ihrem Gipfel in Porto Karras in Griechenland Ende Juni nicht auf einen festen Betrag für die Aids-Bekämpfung einigen können.
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