Gaborone/Maputo, 10. Juli (AFP) - US-Präsident George W. Bush hat den afrikanischen Staaten eine "großzügige" Unterstützung im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids zugesagt. Die USA seien "nicht nur ein mächtiges, sondern auch ein mitfühlendes Land", sagte Bush am Donnerstag bei seinem Besuch in Botsuana, der dritten Station seiner Afrika-Reise. Deshalb wollten sie "so großzügig wie möglich" auf die Notlage in Afrika reagieren. Bush wollte am Freitag nach Uganda und Nigeria weiterreisen. In Mosambik trafen sich derweil mehr als vierzig Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) zu einem dreitägigen Gipfel.
Die politische Führungsriege in Afrika solle wissen, dass die US-Bevölkerung die Aids-Epidemie auf dem Kontinent sehr ernst nehme und Mitleid mit den Opfern der Krankheit habe, betonte Bush nach einem Gespräch mit dem botsuanischen Präsidenten Festus Mogae in der Hauptstadt Gaborone. Der US-Präsident wurde von seiner Ehefrau Laura, US-Außenminister Colin Powell sowie Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice begleitet.
Bei seinem Besuch in Südafrika am Vortag hatte Bush mit Präsident Thabo Mbeki das Aids-Bekämpfungsprogramm der USA erläutert, für das Washington in den kommenden fünf Jahren 15 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) bereitstellen will. Allerdings muss der US-Kongress das Programm noch billigen. Verschiedene Hilfsorganisationen werfen der US-Regierung vor, die Summe künstlich aufgebläht zu haben, indem sie bereits laufende Hilfen mit hineingerechnet habe.
In Botsuana sind fast vierzig Prozent der Erwachsenen HIV-positiv, die Lebenserwartung sank in den vergangenen Jahren von 67 auf 42 Jahre. Rund 69.000 Kinder sind Aids-Waisen. Die Republik im Süden Afrikas ist dank ihres Diamantenvorkommens eines der reichsten Länder des Kontinents; dennoch lebt etwa die Hälfte der eineinhalb Million Einwohner in Armut.
In der mosambikanischen Hauptstadt Maputo trafen am Donnerstag mehr als vierzig Staats- und Regierungschefs der AU zu einem dreitägigen Gipfel zusammen. Zu Beginn der Versammlung kündigte der südafrikanische Präsident Mbeki die Wiederaufnahme Madagaskars in die AU an. Die Insel war nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2001 und einer darauffolgenden Staatskrise mit Massenprotesten von der Union ausgeschlossen worden.
Im Mittelpunkt des Gipfels sollten die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) sowie die Einrichtung eines Panafrikanischen Parlaments und eines Friedens- und Sicherheitsrates stehen. UN-Generalsekretär Kofi Annan wollte am Rande des Treffens Beratungen über die Lage in den Krisenstaaten an den Großen Seen führen.
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