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EU/Gipfel/UNO/Gesundheit/Aids/ZF: EU will bis zu eine Milliarde Euro zu Weltgesundheitsfonds beisteuern - Aidskampagne reagiert enttäuscht (mit Blair)

Agence France-Presse - Juni 20, 2003


Porto Karras, 20. Juni (AFP) - Die Europäische Union (EU) will im nächsten Jahr bis zu eine Milliarde Euro zum Kampf gegen Aids und andere Krankheiten beisteuern. Die Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission sollten dafür sorgen, zusammen diesen Betrag in den Weltgesundheitsfonds einzuzahlen, hieß es am Freitag in einer Beschlussvorlage des EU-Gipfels in Porto Karras. Die von Stars wie Bono und Bob Geldof gegründete Aidskampagne Data reagierte enttäuscht. "Bis zu eine Milliarde kann alles und nichts heißen", erklärte eine Vertreterin. Der britische Premierminister Tony Blair, der sich für die Zusage einer vollen Milliarde eingesetzt hatte, verwies auf die finanziellen Zwänge einiger Mitgliedsstaaten.

Der 2002 auf Initiative von UN-Generalsekretär Kofi Annan gegründete Weltgesundheitsfonds soll vor allem Betroffenen in armen Ländern dringend benötigte Medikamente zur Verfügung stellen. Gefördert werden sowohl der Kauf bestimmter Arzneien wie auch die Anstellung und Ausbildung von Personal, das für die Versorgung der Patienten notwendig ist. An Aids, Tuberkulose und Malaria sterben rund sechs Millionen Menschen im Jahr. Die USA kündigten vor kurzem an, ihre Zuschüsse auf eine Milliarde Dollar pro Jahr aufzustocken. US-Präsident George W. Bush hatte dafür aber ein vergleichbar hohes Engagement der Europäer zur Bedingung gemacht.

Blair und der französische Präsident Jacques Chirac setzten sich beim EU-Gipfel dafür ein, mit den USA gleichzuziehen. Doch der britische Premier sah dafür keine Mehrheit. "Hier sitzen 25 Länder um einen Tisch, und Entscheidungen werden einstimmig getroffen", sagte er. Die Formulierung "bis zu eine Milliarde" öffne die Tür zumindest einen Spalt. Die europäischen EU-Staats- und Regierungschefs behaupteten immer, sie wollten sich keinem amerikanischen Diktat in der Weltpolitik beugen, kritisierte Lucy Matthew von Data. "Aber sie sind nicht bereit, den Preis der eigenen Führungsrolle zu zahlen."

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