Evian, 2. Juni (AFP) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières, MSF) hat das Engagement der G-8-Staaten im Kampf gegen Aids als unzureichend kritisiert. Die G8 hätten ihre vor drei Jahren diesbezüglich gegebenen Versprechen nicht eingehalten und trotz der jetzt in Evian angekündigten Finanzmittel ihre Ziele eher zurückgesteckt, erklärte die Organisation am Montag. MSF-Chef Bernard Pecoul begrüßte in Evian zwar die Zusage der EU, wie die USA rund eine Milliarde Dollar (rund 900 Millionen Euro) in den weltweiten Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose zu zahlen. Die 2000 in Okinawa gesteckten Ziele, etwa die Verringerung der Aids-Infektionen bei jungen Menschen um ein Viertel, seien jedoch bei weitem nicht erreicht worden.
Im Laufe der Monate seien die Verpflichtungen der G-8-Staaten immer diffuser geworden, bemängelte Pecoul. So gebe es keine politische Einigung über die Modalitäten zur Nutzung des Hilfsfonds und zum Patentschutz für Medikamente, weil die USA jede Diskussion darüber verweigerten. Seit der Erklärung von Doha, wo im November 2001 die Welthandelsorganisation (WTO) zusammenkam, seien "drei Schritte zurück" gemacht worden, fügte der MSF-Chef hinzu. Laut der Einigung von Doha dürfen die Patente für Medikamente gegen Aids und andere Krankheiten in Ausnahmefällen de facto missachtet werden; Entwicklungsländer dürfen so genannte Generika selbst produzieren. Das Abkommen von Doha wird jedoch bis heute von Washington blockiert. D/Frankreich/G8/Gipfel/UNO/Afrika/Gesundheit/Aids
Ärzte ohne Grenzen: Engagement der G8 gegen Aids unzureichend
(vgl. ZF von 14.01 Uhr) =
Evian, 2. Juni (AFP) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières, MSF) hat das Engagement der G-8-Staaten im Kampf gegen Aids als unzureichend kritisiert. Die G8 hätten ihre vor drei Jahren diesbezüglich gegebenen Versprechen nicht eingehalten und trotz der jetzt in Evian angekündigten Finanzmittel ihre Ziele eher zurückgesteckt, erklärte die Organisation am Montag. MSF-Chef Bernard Pecoul begrüßte in Evian zwar die Zusage der EU, wie die USA rund eine Milliarde Dollar (rund 900 Millionen Euro) in den weltweiten Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose zu zahlen. Die 2000 in Okinawa gesteckten Ziele, etwa die Verringerung der Aids-Infektionen bei jungen Menschen um ein Viertel, seien jedoch bei weitem nicht erreicht worden.
Im Laufe der Monate seien die Verpflichtungen der G-8-Staaten immer diffuser geworden, bemängelte Pecoul. So gebe es keine politische Einigung über die Modalitäten zur Nutzung des Hilfsfonds und zum Patentschutz für Medikamente, weil die USA jede Diskussion darüber verweigerten. Seit der Erklärung von Doha, wo im November 2001 die Welthandelsorganisation (WTO) zusammenkam, seien "drei Schritte zurück" gemacht worden, fügte der MSF-Chef hinzu. Laut der Einigung von Doha dürfen die Patente für Medikamente gegen Aids und andere Krankheiten in Ausnahmefällen de facto missachtet werden; Entwicklungsländer dürfen so genannte Generika selbst produzieren. Das Abkommen von Doha wird jedoch bis heute von Washington blockiert.
030602
AF030612_DE
© Agence France-Presse 2003. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt. http://www.afp.com/
AEGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, the National Library of Medicine, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2003. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.
©1990, 2003 - AEGiS. AEGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on AEGiS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of AEGiS, or the party credited as the provider of the content.