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D/UNO/Gesundheit/Aids/ZF: Aids breitet sich in immer weiteren Teilen der Welt aus - In Asien bis 2007 Verdoppelung der Infektionen befürchtet

Agence France-Presse - November 26, 2002


Paris/Bonn, 26. November (AFP) - Aids breitet sich nach Angaben der UNO in immer weiteren Teilen der Welt aus und droht sich nun auch in Asien zur Katastrophe zu entwickeln. Nur eine "konzertierte und wirksame Aktion" könne noch verhindern, dass die Zahl der HIV-Infizierten auf diesem Kontinent von derzeit gut sieben Millionen bis 2007 auf über 18 Millionen ansteige, hieß es am Dienstag im Jahresbericht des UN-Aids-Programms UNAIDS. In Afrika trage Aids inzwischen entscheidend zu Hungersnöten bei, da jährlich Hunderttausende von Landarbeitern an der Immunschwächekrankheit sterben. Zur weltweiten Bekämpfung des Virus sind den Angaben zufolge jährlich zehn Milliarden US-Dollar (knapp 10,1 Millarden Euro) nötig.

Allein in diesem Jahr starben laut dem Bericht weltweit mehr als drei Millionen Menschen an Aids. Insgesamt sind 42 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Am schnellsten breitet sich das Virus laut dem Bericht zur Zeit in den zentralasisatischen Staaten sowie in Osteuropa aus. Dies ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor allem darauf zurückzuführen, dass Drogenabhängige gemeinsam Spritzen gebrauchen und das Virus durch Sexualkontakte auf die Bevölkerung übertragen. Weltweit stecken sich täglich rund 14.000 Menschen neu mit dem Virus an, die meisten von ihnen in Entwicklungsländern.

Im südlichen Afrika starben im vergangenen Jahr laut UNAIDS etwa 2,4 Millionen Menschen an Aids, rund 3,5 Millionen infizierten sich mit dem Virus. Der dort herrschende Hunger sei "ein tragisches Beispiel" dafür, wie die Immunschwächekrankheit in Verbindung mit weiteren Krisen zu noch größeren Katastrophen führe, betonte UNAIDS-Direktor Peter Piot. Mehr als 14 Millionen Menschen in Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Swasiland sind laut dem Bericht vom Hungertod bedroht.

Um die Ausbreitung der Krankheit in den am stärksten betroffenen Ländern zu bekämpfen, sind nach Piots Angaben in den kommenden zehn Jahren je zehn Milliarden Dollar nötig. Ab 2007 seien es jährlich sogar 15 Milliarden. Aids dürfe nicht als isoliertes Problem betrachtet werden, betonte der UNAIDS-Direktor, Es wirke sich auch auf die Wirtschaft und Gesellschaft der betroffenen Staaten aus. Aufklärungskampagnen zum Beispiel in Ugunda und Kambodscha brachten nach Angaben von UNAIDS deutliche Fortschritte im Kampf gegen die Krankheit.

Die Deutsche Aids-Stiftung warnte derweil davor, dass HIV-Infizierte und Aids-Kranke hierzulande durch "finanzielle Notsituationen" oftmals doppelt belastet seien. Gerade bei jüngeren Menschen, die noch keine ausreichenden Rentenansprüche hätten, kämen zu den körperlichen Beschwerden oft noch "Existenzängste und psychische Belastungen". In Deutschland sind laut den Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts etwa 38.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Von ihnen sind demnach rund 5.000 an Aids erkrankt.

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