Washington, 26. September (AFP) - US-Wissenschaftler haben herausgefunden, warum einige HIV-Infizierte nicht an Aids erkranken. Die Entdeckung ebne den Weg für neue Heilmethoden, sagte David Ho, Direktor des Aids-Forschungszentrums Aaron Diamond (ADARC) am Donnerstag in New York. Eine Forschergruppe von ADARC habe die Ursache der sogenannten "natürlichen Immunität" gegen Aids entdeckt. Dieses Phänomen tritt bei ein bis zwei Prozent derjenigen HIV-Infizierten auf, deren Blutgruppe positiv ist. Ihr Immunsystem verfügt offenbar über eine spezielle Gruppe von Proteinen, die die Wissenschaftler jetzt isolieren konnten. Sie hemmen die Vermehrung des HI-Virus und damit den Ausbruch der Krankheit. Ein Bericht über die Entdeckung erscheint am Freitag in der Fachzeitschrift "Science".
Schon seit 1986 ist bekannt, dass die sogenannten TCD8-Lymphozyten des Immunsystems chemische Substanzen produzieren können, die die Vermehrung des HI-Virus hemmen. Schon damals schlossen die Wissenschaftler daraus, dass diese Substanzen bei den wenigen gegen Aids immunen Personen in besonders großen Mengen vorhanden sein mussten. Aber um welche chemischen Stoffe es sich handelte, blieb unklar. 1995 wurde eine Proteingruppe entdeckt, die den Effekt zu erklären schien - aber es stellte sich heraus, dass sie nicht gegen alle Virenstämme wirkte. Die drei jetzt identifizierten Proteine hemmen dagegen alle bekannten Formen des Virus. Das deutet daraufhin, dass sie in Anti-Aids-Therapien eingesetzt werden könnten.
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