London, 15. September (AFP) - Prinz Harry will in die Fußstapfen seiner Mutter Lady Diana treten und ihr Engagement für wohltätige Zwecke weiterführen. "Ich will die Dinge fortsetzen, die sie nicht mehr zu Ende bringen konnte", sagte der jüngste Sohn des britischen Thronfolgers Prinz Charles in seinem ersten Solo-Interview aus Anlass seines 18. Geburtstags am Sonntag der britischen Nachrichtenagentur Press Association. Die Menschen behielten seine Mutter nicht so in Erinnerung, wie er es sich wünschte, klagte der Prinz: "Sie hatte mehr Mut als jeder andere". Diana habe sich beispielsweise gegen Landminen und für Aids-Kranke eingesetzt - Bereiche, vor denen viele zurückschreckten.
Statt mit Glanz und Gloria markierte Harry seinen Sprung ins Erwachsenenalter mit sozialem Engagement: Bereits am Donnerstag machte er seinen ersten Solo-Auftritt und besuchte Krankenhäuser und Organisationen, die seiner Mutter besonders am Herzen lagen. Zugunsten der Hilfsorganisation Merlin ließ sich der Prinz vom Lieblingsfotografen seiner Mutter, Mario Testino, aufnehmen. Testino fotografierte Prinz Harry in seinem Internat Eton - mal ernst im Anzug mit Krawatte, mal lachend im offenen Hemd oder ganz entspannt auf einem Zaun sitzend. Merlin bekommt den Erlös aus dem Verkauf der Fotos. Die bislang kaum bekannte Hilfsorganisation mit Sitz in London widmet sich der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern. Sie setzt sich in rund 30 Ländern für Opfer von Konflikten, Naturkatastrophen oder Epidemien ein.
Zu seinen vor kurzem bekannt gewordenen Drogen- und Alkoholeskapaden sagte Harry, er bedaure diese Ausrutscher: "Das war ein Fehler, und ich habe meine Lektion gelernt. So wollte ich niemals sein." Die Berichte, wonach er Cannabis geraucht und mit seinen Freunden bereits als Jugendlicher getrunken habe, hatten den Prinzen vor kurzem aus dem Schatten seines großen Bruders Prinz William ins Scheinwerferlicht katapultiert.
Auf eine große Geburtstagsparty zur Feier seiner Volljährigkeit verzichtete Harry: "Mein Vater hat mir vorgeschlagen, zuhause eine Party zu geben, aber ich habe nein gesagt", erzählte er und gab zu: "Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt." Außerdem hätte so dafür so viel organisieren müssen, und er müsse doch am nächsten Tag zur Schule. Also wolle er ganz ruhig mit seinem Vater und dem großen Bruder William feiern, "mit meiner Familie".
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