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D/Gesundheit/Aids: Gesundheitsexperten warnen vor neuer Häufung von Aids-Fällen - Besonders junge Menschen schützen sich oft nicht beim Sex

Agence France-Presse - September 7, 2002


Osnabrück, 7. September (AFP) - Gesundheitsexperten haben vor einer neuen Häufung von Aids-Fällen in Deutschland gewarnt. Die Bereitschaft zu ungeschütztem Sex habe sich deutlich erhöht, sagte der Aids-Experte des Robert-Koch-Instituts, Osamah Hamouda, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Insbesondere jüngere Menschen, die den Aids-Schock Mitte der 80er Jahre nicht miterlebt hätten, könnten zum Teil nicht nachvollziehen, warum sie Kondome benutzen sollten. In Großstädten gebe es zudem einen enormen Zuwachs von Geschlechtskrankheiten wie Syphilis.

Auf Dauer könne es in Deutschland ähnlich wie in den USA und anderen Ländern Europas zu einem neuen Schub von HIV-Infektionen kommen, sagte Hamouda. Derzeit würden hierzulande pro Jahr rund 2000 neue HIV-Infektionen und 700 Aids-Tote registriert. Insgesamt seien 38.000 bis 40.000 Bundesbürger mit dem HI-Virus infiziert. Ihre Zahl nehme "leicht, aber beständig" zu.

China hatte am Freitag eingeräumt, dass dem Land eine Aids-Epidemie droht. Die Zahl der HIV-Infizierten liege bei mindestens einer Million. Nach einem UN-Bericht vom Juni sind in der Volksrepublik mindestens 1,5 Millionen Menschen infiziert.

Falsche Hoffnungen würden in die zwischenzeitlich erzielten Fortschritte bei der Therapie gesetzt, unterstrich Hamouda. Jede HIV-Infektion bleibe jedoch lebensgefährlich: "Nach wie vor kann sie nicht geheilt, sondern nur im Krankheitsverlauf verzögert und abgemildert werden." Er warnte daher davor, bei der Aids-Prävention zu sparen.

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