Berlin, 18. Juli (AFP) - Die evangelische Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat einen Spendenrückgang beklagt. Zwischen Mai 2001 und April 2002 seien 500.000 Euro weniger eingenommen worden als im Jahr zuvor, teilte die Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel am Donnerstag in Berlin mit. Das entspreche einem Rückgang von 0,8 Prozent. Insgesamt wurden rund 58 Millionen Euro an "Brot für die Welt" gespendet. Sie sei "dankbar für die treuen und regelmäßigien Spenden aus allen Bevölkerungsschichten", sagte Füllkrug-Weitzel. Zahlreiche engagierte Menschen in den Landes- und Freikirchen setzten sich darüber hinaus "mit immer wieder neuen Ideen für die Armen in der Welt" ein.
Die abgeschlossene Spendenaktion lief unter dem Motto "Auf eigenen Füßen". "Brot für die Welt" wolle damit deutlich machen, wie wichtig es für die Menschen in Entwicklungsländern sei, eine eigene Existenz aufzubauen, sagte Füllkrug-Weitzel.
In der Weltpolitik beobachtete die Direktorin eine Nachlässigkeit und Ignoranz beim Thema Aids. Das Interesse der Industriestaaten an der Krankheit sei gering, weil 96 Prozent aller Infizierten in den armen Ländern leben. Die mangelnde Bereitschaft, Gelder zum Kampf gegen die Immunschwäche bereit zu stellen, zeige sich etwa bei den Rüstungsausgaben: Während der US-Militärhaushalt für das laufende Jahr um 36 Milliarden Dollar (rund 35,8 Milliarden Euro) und für 2003 um 48 Milliarden Dollar aufgestockt worden sei, betrage die Gesamtsumme des "Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria" nur 2,1 Milliarden Dollar. Man könne "nicht umhin, von einer gigantischen Fehleinschätzung der Realität zu sprechen", sagte Füllkrug-Weitzel. Aids drohe, die gesamte Entwicklungspolitik zu unterlaufen.
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