Agence France-Presse - Juli 12, 2002
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Barcelona, 12. Juli (AFP) - Zum Abschluss der 14. Internationalen Aidskonferenz hat der ehemalige US-Präsident Bill Clinton am Freitag an die Zahlungsmoral der reichen Staaten appelliert. Jedes Land müsse seinen Teil der ausgelobten 10 Milliarden Dollar zum internationalen Anti-Aids-Fonds beisteuern, forderte Clinton in Barcelona. Zusammen mit dem früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela rief er dazu auf, die Immunschwächekrankheit trotz aller Rückschläge weiterhin zu bekämpfen. Zuvor hatten die beiden ehemaligen Staatschefs die Verbundenheit der westlichen Welt und des stark von Aids betroffenen afrikanischen Kontinents symbolisch demonstriert, indem sie Hand in Hand auf das Podium der Konferenz schritten.
Deutschland stockte seinen Beitrag zum internationalen Aids-Fond um 50 Millionen Euro auf insgesamt 200 Millionen Euro auf. Nach Angaben des Entwicklungshilfeministeriums gibt Deutschland damit jährlich rund 300 Millionen Euro für die weltweite Aids-Bekämpfung aus. Der im vergangenen Jahr auf Initiative von UN-Generalsekretär Kofi Annan eingerichtete Fonds verfügt bisher über 2,1 Milliarden Dollar. Bis zum Jahr 2005 soll die angestrebte Summe von 10 Milliarden Dollar erreicht sein.
Clinton mahnte, die USA müssten ihren Beitrag ebenfalls aufstocken: Statt der bisher zugesagten 800 Millionen Dollar seien rund 2 Milliarden Dollar angebracht. Am Vorabend hatte Clinton den Entwicklungsländern zum Kauf billiger Medikamentenkopien gegen Aids geraten. Die betroffenen Regierungen sollten zwar zunächst versuchen, mit den Herstellern der Originalpräparate einen annehmbaren Preis auszuhandeln. Wenn die Verhandlungen allerdings "nicht zufriedenstellend" seien, sollten sich die Länder "an Brasilien oder Indien" wenden, wo günstigere Nachahmungen produziert werden, forderte der frühere Präsident.
Der sechstägige Gipfel, an dem rund 15.000 Ärzte, Wissenschaftler und Vertreter von Nichtregierungs-Organisationen teilnahmen, war die größte Veranstaltung zum Thema Aids seit der Entdeckung der Krankheit Anfang der 80er Jahre. Allein in Afrika leben mittlerweile 30 Millionen Menschen mit dem Virus. Bislang starben weltweit 20 Millionen Menschen an Aids.
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