Barcelona, 7. Juli (AFP) - Zum Auftakt der 14. Internationalen Aids-Konferenz in Barcelona haben die Vereinten Nationen die internationale Gemeinschaft zu einem entschlossenen Kampf gegen die Immunschwäche aufgefordert. Die Politik müsse ihre Versprechen endlich einhalten, sagte der Direktor des UN-Aids-Programms UNAIDS, Peter Piot, am Sonntagabend in einem eindringlichen Appell vor insgesamt 15.000 Experten, Regierungsvertretern und AIDS-Aktivisten. Jährlich müssten zudem zehn Milliarden Dollar aufgebracht werden, um die Entwicklungsländer in ihrem Kampf gegen die Immunschwäche zu unterstützen. Vorbeugung und Behandlung müssten im großen Stil gefördert, Stigmatisierungen, die Aids mit sich bringe, müssten bekämpft werden. Gleichfalls "nicht verhandelbar" sei die Suche nach einem Impfstoff gegen die Krankheit.
Die größte Aids-Konferenz der Geschichte wurde am Abend in einer feierlichen Zeremonie eröffnet. UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte in einer Grußbotschaft, das einwöchige Treffen vereine "die weltbesten Experten, die entschlossensten Entscheider und die energischsten Aktivisten". Er selbst werde sein Bestes tun, um der Aids-Epidemie zu begegnen. Während der Konferenz wollen die Teilnehmer insbesondere darüber beraten, wie Entwicklungsländer besser mit Medikamenten versorgt und der Schutz vor der Immunschwächekrankheit verbessert werden können.
Allein in Afrika leben 30 Millionen Menschen mit dem Virus. Bislang starben weltweit 20 Millionen Menschen an Aids. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind rund zehn Milliarden Dollar jährlich nötig, um die Entwicklungsländer in ihrem Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids zu unterstützen.
Zuvor hatten Hilfsorganisationen den reichen Staaten und der UNO Versagen im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit vorgeworfen. Der Beitrag der höher entwickelten Länder habe nicht einmal ein Zehntel der 2001 auf dem G-8-Gipfel in Genua versprochenen Summe erreicht, hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Manifest der Organisation "Solidays".
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