Ouagadougou, 13. Dezember (AFP) - Die 12. internationale Aids-Konferenz hat in ihrer Schlusserklärung billigere Medikamente und einen leichteren Zugang zu Aids-Mitteln für die besonders von Aids betroffenen Länder gefordert. Mehr als 150 Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unterzeichneten am Donnerstag in der Hauptstadt von Burkina Faso den "Aufruf von Ouagadougou", in dem der künftige internationale Aids-Fonds unter Schirmherrschaft der UNO aufgefordert wird, mindestens 30 Prozent seiner Gelder für den Kauf von Arzneien gegen Aids in Afrika zur Verfügung zu stellen.
In ihrer Petition forderten die rund 6.000 Delegierten potenziell Geldgeber auf, "die Beschaffung von Aidsmitteln finanziell zu unterstützen und die Herstellung von Generika" in den betroffenen Ländern zu fördern. Der Kongress hatte sich vor allem mit der Frage beschäftigt, wie den Ländern Zentralafrikas der Zugang zu Aids-Medikamenten erleichtert werden könne. Dort leben 75 Prozent der weltweit rund 40 Millionen HIV-Infizierten.
Nach Angaben der UN-Organisation UNAIDS konnte bisher in Afrika eine "verschwindend geringe Zahl" von 30.000 Menschen mit den neuen Aids-Mitteln behandelt werden. Allein in diesem Jahr starben auf dem schwarzen Kontinent 2,3 Millionen Menschen an der Immunschwäche-Krankheit. Die meisten der 28,1 Millionen mit dem HI-Virus infizierten Afrikaner werden aus Mangel an Medikamenten das Jahrzehnt demnach nicht überleben. Laut dem derzeitigen UN-Botschafter für Aids, Ghanas Ex-Präsidenten Jerry Rawlings, wurden bislang erst 1,5 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Mark/1,6 Milliarden Euro) in den internationalen Aids-Fonds von UN-Generalsekretär Kofi Annan einbezahlt. Allein für den Kampf gegen Aids in Afrika seien nach Schätzungen fünf Milliarden Dollar erforderlich. Von Donnerstag bis Samstag bereitet eine Versammlung in Brüssel die Einsetzung des internationalen Hilfsfonds vor.
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