Abuja, 7. September (AFP) - Als erstes afrikanisches Land will Nigeria die Behandlung Tausender Aids-Kranker mit importierten Generika-Medikamenten finanzieren. In den kommenden Wochen würden 15.000 mit dem tödlichen HI-Virus infizierte Menschen mit in Lizenz hergestellten Medikamenten aus Indien versorgt, teilte der nigerianische Gesundheitsminister Alphonsus Nwosu in Abuja mit. Die Vereinten Nationen und die Weltbank unterstützen die nigerianische Initiative. Das bevölkerungsreichste afrikanische Land ist mit 2,6 Millionen Infizierten besonders stark von der tödlichen Immunschwächekrankheit betroffen.
Nach dem Klageverzicht westlicher Pharmaunternehmen gegen Südafrika im April erlaubt die nigerianische Regierung zudem künftig die kommerzielle Einfuhr der kostengünstigen Nachahmer-Medikamente. Die Generika können zu einem Bruchteil der Kosten der patentierten Originalmedikamente hergestellt werden, da die hohen Forschungskosten entfallen. Nach massivem öffentlichem Druck hatten westliche Pharmaunternehmen im April eine Klage gegen ein südafrikanisches Gesetz zurückgezogen, das mittellosen Patienten den Zugang zu preisgünstigen Medikamenten ermöglicht sowie Import und Herstellung von Generika erlaubt.
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