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Italien/G7/G8/Gipfel/Gesundheit/Aids/DOK: Selbst Milliarden reichen gegen Aids nicht aus: UN-Gesundheitsfonds nicht nur unter Gipfelgegnern umstritten

Agence France-Presse - Juli 22, 2001


Genua, 22. Juli (AFP) - In den Weltgesundheitsfonds sollen zunächst rund 1,8 Milliarden Dollar (rund vier Milliarden Mark/2,1 Milliarden Euro) fließen, um die tödliche Immunschwächekrankheit Aids sowie andere Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und Malaria zu bekämpfen. Die reichen Industriestaaten der G-7-Gruppe und Russland wollen mit 1,3 Milliarden Dollar den Löwenanteil für Vorsorge- und Therapieprogramme zahlen. Nach Ansicht von UN-Generalsekretär Kofi Annan ist jedoch noch "viel mehr" Geld vor allem zur Bekämpfung von Aids nötig. Experten teilen diese Einschätzung: In der britischen Wissenschaftszeitschrift "Nature" taxieren sie den Geldbedarf auf acht bis zehn Milliarden Dollar. 25 Millionen der weltweit 36 Millionen Aids-Infizierten leben in armen Ländern Afrikas und Asiens.

Annan zufolge wird mit dem Geld aus dem Fonds zunächst die Aids-Aufklärung finanziert. Die Anstrengungen zur Entwicklung eines Impfstoffs sollen verdoppelt und die Übertragung der Infektion von der Mutter auf das Kind erforscht werden. Von den G-7-Staaten haben die USA, Japan und Großbritannien jeweils 200 Millionen Dollar für den von Annan angeregten Fonds zugesagt. Deutschland will rund 300 Millionen Mark (134 Millionen Dollar) beisteuern; Frankreich 127 Millionen Dollar. Kanada gibt mit 100 Millionen Dollar ebenso viel wie die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates. Russland will rund 20 Millionen Dollar in den Topf werfen. Millionenschwere Beiträge kommen auch aus Nigeria, Luxemburg, Uganda, Österreich und von der schweizerischen Versicherung Winterthur.

Experten hoffen, dass bis zum Jahr 2005 insgesamt neun Milliarden Dollar zusammenkommen. Damit könnte die Ausbreitung vor allem von Aids eingedämmt werden. Schätzungen zufolge könnte die Zahl der Aids-Toten ohne massive Gegenwehr bis zum Jahr 2010 auf 100 Millionen steigen. 22 Millionen Menschen starben bislang an der Immunschwächekrankheit. Noch ist indes umstritten, wer den Weltgesundheitsfonds verwalten soll und wie die Mittel auf die verschiedenen Infektionskrankheiten aufgeteilt werden. Der Verwaltungsrat sollte eigentlich klein und unbürokratisch ausfallen. Nun wurde er auf 35 Mitglieder aufgebläht.

Globalisierungsgegner wie das zum G8-Gipfeltreffen gegründete Genua Sozialforum (GSF) fordern über Geldprogramme hinaus ein radikales Umsteuern in der Weltgesundheitspolitik: So sollen Pharmakonzerne Patente auf wichtige Medikamente nur noch so lange exklusiv nutzen dürfen, bis sie ihre Entwicklungskosten hereinbekommen haben - und nicht mehr teilweise 20 Jahre wie bisher.

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