New York, 28. Juni (AFP) - Zum Abschluss der UN-Aidskonferenz haben die Delegierten einen Plan zur weltweiten Bekämpfung der Immunschwächekrankheit vorgelegt. Das Dokument gebe klare Ziele und einen genauen Zeitplan vor, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan am Mittwoch in New York. So sollen beispielsweise bis 2005 mindestens 90 Prozent aller 15- bis 24-Jährigen Zugang zu Information über den Schutz vor Aids erhalten. Die Vorgaben der Abschlusserklärung sind jedoch nicht bindend für die UN-Mitgliedsstaaten. Seit Montag hatten die Delegierten über Strategien zum Kampf gegen Aids beraten. Es war die erste Sondersitzung der UN-Generalversammlung zu einem Gesundheitsthema.
Als weiteres Ziel wurde im dem Abschlussdokument festgeschrieben, bis 2003 Gesetze und Regelungen zu schaffen, um die Diskriminierung von Aids-Kranken und HIV-Infizierten zu verhindern. Aids-Risikogruppen wie Homosexuelle, Prostituierte und Drogenabhängige werden in der Erklärung jedoch nicht erwähnt. Mehrere islamische Staaten hatten dies abgelehnt. Am Montag war es bei der Konferenz zum offenen Streit über die Beteiligung von Homosexuellen-Vertretern an dem Treffen gekommen. Islamische Länder stellten sich dagegen, eine Vertreterin einer Schwulen- und Lesbenorganisation teilnehmen zu lassen.
Vertreter von Nichtregierungsorganisationen reagierten zurückhaltend auf die Abschlusserklärung. "Ohne internationale Finanzhilfe wird es bei leeren Worten bleiben", sagte Anne-Valerie Kaninda von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Zurzeit sind rund 36 Millionen Menschen weltweit mit dem HI-Virus infiziert. 22 Millionen Menschen starben bereits an Aids. Wenn nichts gegen die Emidemie getan wird, wird sich die Zahl der Aids-Toten nach Einschätzung von Experten bis 2010 auf 100 Millionen erhöhen.
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