New York, 26. Juni (AFP) - Ein heftiger Streit über die Teilnahme von Homosexuellen-Vertretern hat am ersten Tag der Aids-Sonderkonferenz der Vereinten Nationen in New York eine offene Debatte über die Immunschwächekrankheit behindert. Elf islamische Länder protestierten am Montag in der Vollversammlung dagegen, die einzige Vertreterin von Schwulen und Lesben teilnehmen zu lassen. Nach zweieinhalbstündiger hitziger Debatte unterstützten schließlich 62 Mitgliederstaaten einen Vorschlag Kanadas, Karyn Kaplan von der Internationalen Schwulen- und Lesben-Menschenrechtskommission an einem der vier Runden Tische zu beteiligen. 30 Länder enthielten sich, die meisten islamischen Staaten boykottierten die Abstimmung.
Die Debatte machte die anhaltende Tabuisierung von Aids und Sexualität deutlich, die schon im Vorfeld der Konferenz eine Einigung auf eine gemeinsame Abschlusserklärung verhindert hatte. Nach Angaben von Diplomaten lehnten mehrere moslemische Staaten die Erwähnung von Homosexuellen, Drogenabhängigen und Prostituierten in dem offiziellen Abschlussdokument ab. Der südafrikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Dumisani Kumalo, warnte die Delegierten nach dem Streit, durch solche Diskussionen werde die Arbeit in der UNO erschwert. Bei der Konferenz gehe es um Aids-Opfer, mahnte er. "Die Menschen, die daran sterben, sind Weiße, Schwarze, Homosexuelle, Heterosexuelle." Südafrika ist eines der am stärksten von Aids betroffenen Staaten. Dort ist jeder neunte Mensch mit HIV infiziert.
Die Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen widmet sich erstmalig einem Gesundheitsthema. Drei Tage lang beraten die Vertreter der 185 Mitgliedsstaaten über Strategien zum Kampf gegen Aids. An den Gesprächen beteiligen sich etwa 30 Staats- und Regierungschefs, überwiegend aus Afrika und der Karibik, Dutzende Minister aus aller Welt, 700 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen sowie Gesandte von Pharmakonzernen und Verbänden. Annan hatte zur Eröffnung betont, Aids könne nicht "mit moralischen Verurteilungen" oder der Verweigerung unangenehmer Tatsachen bekämpft werden - "schon gar nicht, indem man die Infizierten stigmatisiert".
In den vergangenen 20 Jahren starben 22 Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit. Derzeit leben weltweit mehr als 36 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, mehr als zwei Drittel in Afrika. Allein im vergangenen Jahr starben rund drei Millionen Menschen an Aids.
+++ Weitere Informationen unter www.uno.de/wiso/hivaids/index.htm und www.un.org/ga/aids/media. +++
010626
AF0106H5_DE
© Agence France-Presse 2001. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt. http://www.afp.com/
ÆGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, the National Library of Medicine, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2001. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.
©1990, 2001 - ÆGiS. ÆGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on ÆGIS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of ÆGIS and the Sisters of Saint Elizabeth of Hungary, or the party credited as the provider of the content.