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UNO/USA/Karibik/Gesundheit/Aids: UNO warnt vor dramatischem Bevölkerungsschwund durch Aids in Karibik: Immunschwäche bei jungen Menschen Todesursache Nummer eins - "Keine andere Katastrophe der Menschheit so teuer wie Aids"

Agence France-Presse - Juni 20, 2001

Washington, 20. Juni (AFP) - Den Karibikstaaten droht nach UN-Angaben durch Aids ein dramatischer Bevölkerungsschwund und ein Einbruch der Wirtschaft. Sollte sich die Immunschwächekrankheit weiter so ausbreiten wie bisher, würden in zehn Jahren nur noch 90 Prozent der heutigen Bevölkerung in der Region leben, teilte die Panamerikanische Gesundheitsorganisation am Dienstag (Ortszeit) in Washington mit. Bei der niedrigsten angenommenen Infektionsrate werde die Wirtschaftsleistung bis 2005 um etwa fünf Prozent abnehmen. "Keine andere Katastrophe der Menschheit" habe bislang für eine einzelne Region "derart hohe Kosten zur Folge wie Aids", sagte der Leiter der UN-Organisation, George Alleyne. Um die Epidemie in der Region aufhalten zu können, seien vor allem wirksame Vorbeugung notwendig sowie der Zugang der Betroffenen zu "menschlicher" medizinischer Versorgung.

Bei Frauen und Männern im Alter zwischen 15 und 44 Jahren ist Aids nach UN-Angaben in der Karibik bereits die Todesursache Nummer eins. Jeder Fünfzigste sei HIV-infiziert. Neun der zwölf amerikanischen Staaten mit der höchsten Infektionsrate liegen in der Karibik. Am schlimmsten betroffen ist Haiti, wo die Rate mit acht Prozent ähnlich hoch liegt wie in der Südsahara-Region Afrikas. Jeden Tag würden zwei bis drei HIV-infizierte Kinder geboren, Ende 1999 lebten 74.000 Aids-Waisen auf dem Inselstaat. In Jamaika sind doppelt so viele junge Frauen HIV-infiziert wie ältere Frauen, auf Trinidad und Tobago gaben zwei Drittel aller Jugendlichen in einer Umfrage an, nie ein Kondom zu benutzen. Alleyne sprach von einer "Umkehrung der Darwinschen Lehre": Die Stärksten würden nicht mehr überleben, sondern von Aids umgebracht.

Nach Angaben der UN-Aids-Organisation UNAIDS ist die rasche Ausbreitung des Virus in der Karibik auf eine Kombination aus Armut, Wanderungsbewegungen, Unwissenheit und sexueller Freizügigkeit zurückzuführen. Die Gesundheitsversorgung in der Region genüge kaum den Grundansprüchen. Menschen, bei denen eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde, hätten in den meisten Fällen nur noch zwei Jahre zu leben. Am kommenden Montag befasst sich die UN-Vollversammlung in New York in einer Sondersitzung mit der Immunschwächekrankheit.

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