Dona Paula, 14. Juni (AFP) - Indische Wissenschaftler wollen mit Hilfe von Muscheln ein preiswertes Aids-Medikament entwickeln. Wie Anil Chatterji vom Nationalen Ozeanographischen Institut im westindischen Bundesstaat Goa mitteilte, zeigten zehnjährige Forschungen mit Muscheln, dass die Schalentiere nicht nur eine Quelle für billige Proteine seien, sondern auch den Grundstoff für ein wirkungsvolles Medikament gegen die Immunschwächekrankheit liefern könnten. Deshalb sei bereits im März ein US-Patent beantragt worden. Die Wissenschaftler hoffen, aus Hydrolyse-Stoffen der grünen und braunen Muscheln (Perna virdis und Perna indica) Wirkstoffe für Anti-HIV- und Anti-Retrovirus-Medikamente gewinnen zu können.
Da die Muscheln in großer Menge vorkommen und zudem leicht gezüchtet werden könnten, sei der Grundstoff leicht verfügbar und damit ein billigeres Medikament möglich. Derzeit kosten Behandlungen mit Aids-Medikamenten zwischen 10.000 bis 15.000 Dollar im Jahr. In Indien lebten Mitte 1998 nach Angaben des Gesundheitsministeriums 3,5 Millionen HIV-infizierte Menschen. Inoffizielle Schätzungen gehen von rund fünf Millionen Infizierten aus.
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