New York, 6. Juni (AFP) - Der US-Pharmakonzern Pfizer stellt den 50 ärmsten Ländern kostenlos ein Aids-Medikament zur Verfügung. Dies teilte Firmenchef Henry McKinnell am Mittwoch in New York mit. Das Medikament Diflucan hilft zwar nicht direkt gegen Aids, bekämpft jedoch gefährliche Infektionen, die als Folge der Immunschwäche auftreten. In den 50 ärmsten Ländern sind rund zwölf Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. Das Diflucan-Hilfsprogramm sei weder zeitlich noch finanziell begrenzt, sagte McKinnell. Es werde so lange wie notwendig fortgesetzt.
UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte kürzlich an die Pharma-Industrie appelliert, sich stärker im Kampf gegen Aids zu engagieren. Bisher waren die Medikamente gegen die Krankheit für die Menschen in Entwicklungsländern oft zu teuer. Um zu verhindern, dass ihre Arzneien ohne Entgelt kopiert werden, verkaufen eine Reihe von großen Weltkonzernen die Medikamente in der Dritten Welt mittlerweile billiger.
Pfizer will das Medikament in enger Absprache mit den Vereinten Nationen und den Regierungen der jeweiligen Länder verteilen. Bereits seit dem Frühjahr gibt der Konzern das Mittel kostenlos an Patienten in Südafrika ab. Diflucan bekämpft die Kryptokokken-Meningitis, eine Form der Gehirnhautentzündung. Von dieser lebensgefährlichen Infektion betroffen ist etwa jeder zehnte Aids-Patient im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit. Wird die Kryptokokken-Meningitis nicht behandelt, liegt die Sterblichkeitsrate bei 90 Prozent.
Diflucan hilft ferner gegen eine Pilzinfektion der Speiseröhre. Darunter leiden etwa 20 bis 40 Prozent der HIV- und Aids-Patienten. Die Sterblichkeitsrate ist zwar deutlich niedriger als bei der Kryptokokken-Meningitis. Doch erschwert die Speiseröhren-Infektion den Patienten häufig das Schlucken der Nahrung und trägt so zum körperlichen Verfall bei.
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