agence france-presse
click here to return to agence france-presse main menu
DonateNow
UNO/EU/Gipfel/Armut/ÜS: Prodi kündigt umfangreichen Schuldenerlass für arme Länder an: Annan fordert Teilhabe der Entwicklungsländer an Weltmarkt

Agence France-Presse - Mai 14, 2001

Brüssel, 14. Mai (AFP) - Auf dem dritten Armutsgipfel der Vereinten Nationen hat EU-Kommissionspräsident Romano Prodi einen umfangreichen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt angekündigt. Die Europäische Union habe beschlossen, jenen Entwicklungsländern die Schulden zu erlassen, die im Rahmen des Lomé-Abkommens Sonderdarlehen bekommen hätten, sagte Prodi am Montag in Brüssel. Bereits im Jahr 2000 sei den ärmsten Ländern ein Schuldenerlass in Höhe von einer Milliarde Euro (1,96 Milliarden Mark) angekündigt worden, erinnerte Prodi. Laut Prodi einigten sich die Mitgliedsländer der EU zudem auf ein gestaffeltes Tarifsystem für Arzneimittel. Dieses sieht unterschiedlich hohe Preise für Medikamente gegen Aids und andere Epidemien in Entwicklungs- und Industrieländern vor.

UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte Regierungschefs, internationale Experten und Entwicklungshelfer in Brüssel auf, sich für einen Erfolg des Armutsgipfels einzusetzen. Die Menschen in den ärmsten Ländern wollten nicht weiter von der Wohltätigkeit anderer leben, sondern als Produzenten und Konsumenten am Weltmarkt teilhaben, betonte er. Zentrale Frage der Konferenz ist, wie den Ärmsten der Armen geholfen werden kann, aus dem Teufelskreis ihrer wirtschaftlichen und sozialen Probleme auszubrechen. Nach der UN-Definition zählen 49 Staaten der Welt zu den am wenigsten entwickelten Ländern, darunter 34 afrikanische Staaten. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der dort lebenden Bewohner liegt unter 900 Dollar (1980 Mark/1012 Euro).

Ziel des Lomé-Abkommens ist die Integration der Entwicklungsländer in die Weltwirtschaft und damit die Bekämpfung der Armut. Die EU und mehr als 70 Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifikraums (AKP) unterzeichneten die jüngste Vertragsfassung im Juni 2000. Das "Partnerschafts-Abkommen" regelt für 20 Jahre die Zusammenarbeit zwischen EU und den AKP-Mitgliedern. Unter anderem werden den AKP-Ländern darin günstige Zolltarife und ein vereinfachter Zugang zu den Märkten der EU zugesichert.

010514
AF010554_DE


© Agence France-Presse 2001. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt.   http://www.afp.com/

ÆGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, the National Library of Medicine, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2001. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.

©1990, 2001 - ÆGiS. ÆGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on ÆGIS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of ÆGIS and the Sisters of Saint Elizabeth of Hungary, or the party credited as the provider of the content.