Abuja, 26. April (AFP) - Zum Auftakt des bislang größten Aids-Gipfels in Afrika hat UN-Generalsekretär Kofi Annan bezahlbare Medikamente für alle Aids-Kranken gefordert. Jedem HIV-Infizierten müsse die nötige Behandlung zugänglich sein, sagte Annan am Donnerstag vor den Teilnehmern der zweitägigen Konferenz in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Zugleich forderte Annan die Einrichtung eines Fonds in Höhe von sieben bis zehn Milliarden Dollar (rund 15 bis 22 Milliarden Mark / 7,7 bis 11,3 Milliarden Euro) für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit. Auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton appellierte an die internationale Gemeinschaft, mehr Geld für die Aids-Forschung bereitzustellen. An der Konferenz zu Krankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose nehmen neben 47 Staats- und Regierungschefs auch regierungsunabhängige Organisationen und Aids-Kranke teil.
Annan steht nach eigenen Angaben mit sechs Pharmaunternehmen im Kontakt, die ihm die Lieferung von Medikamenten "zu stark reduzierten Preisen" zugesagt hätten. Zu dem von ihm gefordeten Sonderfonds sagte der UN-Generalsekretär, die Summe möge zwar hoch erscheinen. Letztlich stelle sie aber gerade einmal ein Prozent der weltweiten Militärausgaben dar. Der UN-Generalsekretär betonte, vor allem im Bereich der Bildung und Verhütung sowie für Aids-Tests, Aids-Forschung und Medikamente sei mehr Geld erforderlich. Auch für Aids-Waisen müsse mehr getan werden.
Clinton unterstrich die Besorgnis erregende Ausbreitung der Aids-Epidemie: "Ich bin hier, weil ich um Afrika besorgt bin." Zugleich kritisierte er, Amerika habe den schwarzen Kontinent zu lange außer Acht gelassen. Es sei nun an den versammelten afrikanischen Machthabern, "dem Rest der Welt zu zeigen, wie sie ihre Bevölkerung retten kann".
Der Voritzende der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU), der togoische Präsident Gnassingbé Eyadéma, forderte die Einrichtung eines Ministeriums für den Kampf gegen Aids. Im Namen aller jungen Afrikaner sagte der nigerianische Junge Abayuri Mutimi Mighty an die Adresse der Gipfelteilnehmer, sie hätten es in der Hand, das Leben von Millionen junger Menschen zu verbessern, die im Sterben lägen.
Nach UN-Angaben wird in den armen Staaten, wo ein Großteil der weltweit über 36 Millionen HIV-infizierten Menschen leben, bislang pro Jahr lediglich eine Milliarde Dollar im Kampf gegen Aids ausgegeben. 70 Prozent aller HIV-infizierten Menschen leben in Afrika.
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