Pretoria, 19. April (AFP) - Rund 4,7 Millionen Südafrikaner sind mit HIV infiziert - das ist jeder neunte. Das Land stellt damit weltweit einen traurigen Rekord auf. Und die Zahl der Betroffenen, so zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Regierung, steigt jährlich um rund eine halbe Million an. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher liegen.
Nicht alle Südafrikaner sind von Aids gleichermaßen bedroht. Deutlich mehr Frauen als Männer sind HIV-positiv, deutlich mehr Schwarze als Weiße leiden an dem Immunschwäche-Virus. In der Altersgruppe zwischen 20 und 24 Jahren ist mit 29,1 Prozent inzwischen fast jede dritte Frau infiziert. Bei der Altersgruppe 25 bis 29 Jahre sind es sogar 30,6 Prozent. Betroffen sind auch viele werdende Mütter: Über 24,5 Prozent der Schwangeren in öffentlichen Krankenhäusern tragen laut der Studie den HI-Virus. In verarmten Provinzen wie KwaZulu-Natal sind es sogar 36,2 Prozent.
Dass die epidemischen Aids-Erkrankungen eine Spätfolge der Apartheid sind, verdeutlichen kürzlich veröffentlichte Zahlen des Südafrikanischen Instituts für Rassenbeziehungen (SAIRR). Danach wird Aids die Lebenserwartung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit in den kommenden zehn Jahren von jetzt durchschnittlich 57,1 Prozent auf rund 50 Jahre senken. Bei der weißen und indischstämmigen Minderheit wird sie in den kommenden drei Jahrzehnten nach Schätzungen des Instituts hingegen noch steigen: Auf fast 74 Jahre bei den aus Indien stammenden Südafrikanern, auf fast 78 bei den Weißen.
Die Regierung beunruhigen die Zahlen offenbar kaum. "Das Anwachsend alarmiert uns überhaupt nicht", betonte Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang kürzlich. Sie sehe sogar ein "Licht der Hoffnung", da die Zahl der Infektionen bei Heranwachsenden um fünf Prozent auf 16,1 gefallen sei. Anders sieht das die Nichtregierungs-Organisation Treatment Action Campaign (TAC). Sie stärkte die Regierung gegen die internationalen Pharma-Konzerne den Rücken, die gegen das Gesetz zum Import von Billig-Medikamenten gegen Aids geklagt hatten. TAC-Leiter Mike Heywood forderte von Pretoria einen klaren Aktionsplan gegen HIV. Vor allem auf dem Land seien sich viele Menschen der Risiken immer noch nicht bewusst. Heywood spricht daher von einem "kollektiven Versagen beim Kampf gegen die Epidemie".
010419
AF010479_DE
© Agence France-Presse 2001. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt. http://www.afp.com/
ÆGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, the National Library of Medicine, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2001. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.
©1990, 2001 - ÆGiS. ÆGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on ÆGIS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of ÆGIS and the Sisters of Saint Elizabeth of Hungary, or the party credited as the provider of the content.