Berlin, 28. November (AFP) - Angesichts der weltweit dramatischen Zunahme von Aids-Infektionen hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen eine massive Unterstützung der Entwicklungsländer gefordert. Regierungen, Wirtschaft und Öffentlichkeit müssten Kampagnen zur Aids-Aufklärung von Jugendlichen stärker fördern, hieß es in einem Aufruf von UNICEF anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. "Der Schlüssel, um die weitere Ausbreitung von Aids zu stoppen, liegt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen", sagte UNICEF-Direktorin Carol Bellamy am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Welt-Aids-Berichts in Berlin. Darin heisst es, dass in acht afrikanischen Ländern südlich der Sahara 30 Prozent der heute 15-Jährigen der Aids-Epidemie zum Opfer fallen werden. Weltweit infiziere sich alle sechs Minuten ein Mensch zwischen 15 und 24 Jahren mit dem HI-Virus.
Schulen und Jugendgruppen müssten eine wirksame Aufklärung leisten können, forderte Bellamy. Hierzu gehöre die Ausbildung und Beratung von Lehrern und Sozialarbeitern, die Verteilung von Informationsmaterialien sowie die Unterstützung von Aufklärungskampagnen. Untersuchungen hätten bereits den Erfolg von Präventionsprogrammen bewiesen. So sei in Uganda die Rate der Neuinfektionen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Aufklärungsarbeit deutlich gesunken. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind allein in Afrika jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Dollar für wirksame Aufklärungsprogramme nötig. Mit weiteren 1,5 Milliarden Dollar könne jährlich wenigstens die Hälfte der Erkrankten mit Medikamenten versorgt und Hilfe für die steigende Zahl der Aids-Waisen gewährleistet werden.
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