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Afrika/Handel/COMESA/KORR: Handel soll Afrikas Staaten endlich den ersehnten Wohlstand bringen: Erste Freihandelszone geht mit vielen Problemen an den Start
Dickson Jere
Agence France-Presse - Oktober 31, 2000

Lusaka, 31. Oktober (AFP) - Der Handel soll Afrika endlich den ersehnten Wohlstand bringen. Erstmals in der Geschichte des schwarzen Kontinents gründeten am Dienstag in Sambia neun Staaten des "Gemeinsamen Marktes Ost-und Südafrikanischer Staaten" (COMESA) eine Freihandelszone, die mittelfristig die Abschaffung aller Zölle von Ägypten bis Swasiland vorsieht. Bis dahin gilt es aber noch viele Hürden zu nehmen. Schon dass nicht einmal die Hälfte der COMESA-Mitglieder der Zone sofort beitrat, zeigt die Schwierigkeiten, die das Projekt birgt: Mehrere COMESA-Mitglieder führen derzeit Krieg gegeneinander, und viele fürchten, dass sie in einem unregulierten Handel mit den Nachbarn nicht bestehen können.

Die 20 COMESA-Mitglieder hatten die Schaffung der Freihandelszone im vergangenen Jahr bei einer Konferenz in Nairobi auf den Weg gebracht. Als langfristiges Ziel wurde damals auch die Schaffung einer gemeinsamen Währung genannt. Zu den Gründungsmitgliedern der Zone zählen nun Ägypten, Dschibuti, Kenia, Mauritius, Madagaskar, Malawi, Sambia, Simbabwe und Sudan. Der amtierende COMESA-Präsident und Regierungschef von Mauritius, Anerood Jugnauth, forderte am Dienstag die übrigen COMESA-Partner auf, "so schnell wie möglich beizutreten". Mit der Freihandelszone habe die wirtschaftliche Kooperation zwischen den COMESA-Mitgliedern ein "kritisches Stadium" erreicht. Burundi, Eritrea, Ruanda, die Komoren und Uganda wollen laut COMESA im kommenden Jahr Mitglied der Freihandelszone werden.

Der COMESA war 1994 gegründet worden und ist nach eigenen Angaben derzeit der größte Wirtschaftsverbund Afrikas. Mit ihren 20 Mitgliedern umfasst die Organisation eine Bevölkerung von 350 Millionen Menschen - rund die Hälfte der 700 Millionen Afrikaner. Jugnauth verwies am Dienstag auf den Erfolg der sechsjährigen Geschichte des Gemeinsamen Marktes: Sei die Wirtschaftsleistung der COMESA-Staaten zur Gründung noch durchschnittlich um ein halbes Prozent pro Jahr geschrumpft, betrage das Wachstum in diesem Jahr voraussichtlich rund vier Prozent. Die Freihandelszone werde nun den Weg für weitere Erfolge ebnen.

Experten warnen aber davor, das Projekt könne wegen kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen COMESA-Mitgliedern und einer stark unterschiedlich ausgeprägten wirtschaftlichen Entwicklung zum Scheitern verurteilt sein. "Für einige Länder wird es sehr schwer sein, sich wirtschaftlich zu integrieren", sagte der sambische Wirtschaftswissenschaftler John Chisanga. Von den 20 COMESA-Staaten befänden sich derzeit fünf entweder in Kriegen mit ihren Nachbarn oder litten unter Bürgerkriegen. Betroffen von innerstaatlichen Konflikten sind Angola, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan. Soldaten der COMESA-Mitglieder Uganda und Ruanda befinden sich noch immer auf dem Gebiet der Demonkratischen Republik Kongo, und der Konflikt zwischen Äthiopien und Eritrea gehört zu den traurigen Dauerbrennern in der Region.

Viele Staaten sehen sich zudem noch nicht reif für eine Aufhebung der Zollschranken und verweisen auf den unterschiedlichen Entwicklungsstand zwischen den COMESA-Mitgliedern. Die bestehende Kluft könnte sich nach Einschätzung Chisangas durch die Immunschwäche AIDS noch vertiefen. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wird AIDS in den nächsten zehn Jahren in Schwarzafrika mehr Menschen töten als alle Kriege des 20. Jahrhunderts. 24,5 Millionen Menschen südlich der Sahara sind demnach derzeit HIV-infiziert. Damit droht den betroffenen Staaten nicht nur eine menschliche Tragödie ungeahnten Ausmaßes, sondern auch der Verlust der produktivsten Teile ihrer Bevölkerung.

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