Kalkutta, 27. Oktober (AFP) - In einem Krankenhaus in Indien verwest seit mehr als sechs Wochen die Leiche eines Aids-Toten, weil Bestatter die Verbrennung der sterblichen Überreste aus Angst vor einer HIV-Infektion verweigern. Der 45-jährige Aids-Patient hatte Angaben von Ärzten zufolge am 12. September in seinem Haus in Midnapur im ostindischen Bundesstaat Westbengalen Selbstmord begangen. Die Polizei brachte seine Leiche daraufhin zur Obduktion in das Krankenhaus. Als Bestattungshelfer erfuhren, dass der Tote zu Lebzeiten an der Immunschwächekrankheit gelitten hatte, lehnten sie den Abtransport der Leiche ab. In Indien leben offiziellen Angaben zufolge 60 Prozent aller HIV-Infizierten Asiens und ein Fünftel aller Menschen mit dem noch tödlichen Virus weltweit. Trotzdem ist das Wissen über Aids sehr gering. Aidskranke werden oft von ihren Familien ausgegrenzt.
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