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China/Gesellschaft/Kinder: Lieber Aids als Aufklärung über Sex: - Chinesische Eltern verzichten meist auf klärendes Gespräch

Agence France-Presse - September 29, 2000

Peking, 29. September (AFP) - China ist nach wie vor ein prüdes Land. Nach einer von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag veröffentlichten Umfrage unter 700 Eltern in Schanghai ist neun von zehn Chinesen die Sexualaufklärung ihrer Kinder peinlich. Schon allein die Erwähnung sexueller Themen ließe sie erröten. Deshalb zögen es die meisten Eltern vor, ihren Kindern nichts zu sagen in der Hoffnung, es werde schon nichts passieren.

Nach Ansicht von Fachleuten wäre auch in der Volksrepublik die Sexualaufklärung von Kindern und Jugendlich im Zeitalter von Aids dringend geboten. Chinesische Jugendliche seien heute sexuell viel aktiver als noch vor einigen Jahren. Nach offiziellen Angaben sind derzeit rund 500.000 Chinesen mit dem HI-Virus infiziert, dem Erreger der bislang meist tödlich verlaufenden Immunschwächekrankheit. Doch Sex ist nicht nur bei Eltern Tabu-Thema: Erst kürzlich wurde Fernsehwerbung für Kondome verboten, und das Aufstellen von Kondomautomaten in der Nähe von Universitäten sorgte für allgemeinen Aufruhr.

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