Johannesburg, 20. September (AFP) - Die anglikanische Kirche Südafrikas hat der Regierung des Landes Untätigkeit im Kampf gegen Aids vorgeworfen. Die Fehler der südafrikanischen Regierung bei der Bekämpfung von Aids würden von der Geschichte einst genauso wie die Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlickeit beurteilt werden, warnte der Erzbischhof von Kapstadt, Njongonkulu Ndungane, in einer am Mittwoch von der Presse verbreiteten Erklärung. "Es wird immer offensichtlicher, dass die Regierung kein Interesse an der Suche nach Lösungsmöglichkeiten hat. Druck auf die politischen Führer auszuüben, um die Situation voranzubringen, ist das Geringste, was wir tun können" erklärte Ndungane.
Der Erzbischof rief die Verantwortlichen sämtlicher Kirchen zu einem Treffen auf, um einen gemeinsamen Aktionsplan zu verabschieden. Südafrika ist weltweit das am meisten von Aids betroffene Land. Laut offiziellen Zahlen ist jeder zehnte Südafrikaner mit dem HI-Virus infiziert. Die Regierung von Präsident Tabo Mbeki hält aber weiter an der Position fest, der Virus sei neben anderen Ursachen wie Armut oder Unterernährung nur einer der Auslöser der Krankheit. Die Regierung lehnt es ferner ab, Medikamente bereitzustellen, die Gefahr der Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind einschränken, obwohl in Südafrika jeden Monat 5000 mit dem Virus infizierte Kinder geboren werden.
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