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Südafrika/Aids/Medizin/ÜS: Welt-Aids-Kongress in Durban eröffnet - Pro Jahr mehr als sechs Milliarden Mark zur Aidsbekämpfung nötig

Agence France-Presse - Juli,9 2000

Durban, 9. Juli (AFP) - Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hat am Sonntagabend in der Hafenstadt Durban die 13. Welt-Aids-Konferenz eröffnet. Er rief zu einem "Krieg an allen Fronten" auf, um für alle das Recht auf Gesundheit zu garantieren. Im April hatte Mbeki mit seiner Behauptung für Aufsehen gesorgt, dass Aids hauptsächlich auf Unterernährung und Hygienemangel zurückzuführen sei. Nach Ansicht der UNO sind zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit in Afrika jährlich umgerechnet rund sechs Milliarden Mark nötig. Damit muss das Zehnfache vom bisherigen Betrag für den Kampf gegen die Krankheit investiert werden, wie der Leiter des UN-Programms UNAIDS, Peter Piot, am Sonntag kurz vor Eröffnung der Welt-Aids-Konferenz sagte.

Der diesjährige Aids-Kongress steht unter dem Motto "Das Schweigen brechen". Die tausende Teilnehmer legten zu Beginn eine Schweigeminute für die 18,8 Millionen Menschen ein, die an der Immunschwächekrankheit gestorben sind. Höhepunkt der Eröffnungszeremonie war die bewegende Ansprache eines elfjährigen südafrikanischen Jungen, der HIV-positiv ist und dessen Mutter an Aids starb. "Die Menschen müssen nur Angst vor mir haben, wenn ich eine offene Wunde habe", sagte er unter dem Applaus seiner Zuhörer.

In Afrika ist einer von drei Erwachsenen mit Aids infiziert. Derzeit werden für den Kampf gegen Aids in Schwarzafrika nur 350 Millionen Dollar jährlich ausgegeben. Erstmals findet die Welt-Aids-Konferenz, die bis zum 14. Juli dauert, in einem Entwicklungsland statt. Vor der offiziellen Eröffnung demonstrierten rund 1000 Menschen für billigere Medikamente. Auf Plakaten beschimpften sie die Pharma-Konzerne als "Profiteure". Die Veranstalter hatten mit rund 5000 Teilnehmern vor dem Rathaus in Durban gerechnet. An der Welt-Aids-Konferenz nehmen Wissenschaftler, Ärzte, Politiker und HIV-Infizierte aus mehreren dutzend Ländern teil. Insgesamt wurden 11.000 Teilnehmer erwartet.

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