Berlin, 6. Juli (AFP) - Angesichts der bevorstehenden Welt-Aids-Konferenz in Südafrika hat die Deutsche Aids-Hilfe verstärkte Anstrengungen zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes gefordert. Vor allem für die von Aids am schlimmsten betroffenen Länder im südlichen Afrika und in Südostasien sei eine wirksame und kostengünstige Impfung notwendig, erklärte Bundesgeschäftsführer Stefan Etgeton am Donnerstag in Berlin. Ein wirksamer Impfstoff gegen den HI-Virus sei derzeit allerdings nicht in Sicht. Die bisher entwickelten und erprobten Substanzen ließen lediglich eine Wirksamkeit von etwa 50 Prozent erwarten. Zudem müssten die Nebenwirkungen der Impfstoffe und auch die Auswirkungen auf die Prävention berücksichtigt werden. Zugleich forderte Etgeton, den Menschen in Afrika und Asien endlich den Zugang zu geeigneten Therapien zu ermöglichen, etwa durch Preissenkungen bei Medikamenten.
Etgeton verwies nachdrücklich darauf, dass Impfen keinesfalls eine Alternative zur Aufklärung ist. Safer Sex und der Gebrauch von Spritzbesteck bei Drogenabhängigen seien nach wie vor der einzige Schutz vor einer HIV-Infektion. Der Einsatz von Impfstoffen könnte aber vor allem in Ländern mit hoher Aids-Rate und mangelner Prävention Erfolg versprechen. In Ländern mit erfolgreichen Präventionskonzepten und niedrigen Infektionszahlen hingegen sei zu befürchten, dass sich ein "falsches Sicherheitsgefühl" verbreitet.
Im südafrikanischen Durban beginnt am Sonntag die 13. Welt-Aids-Konferenz. Den Angaben zufolge leben über 90 Prozent der derzeit weltweit 34 Millionen Menschen mit HIV und Aids in den so genannten Entwicklungsländern, über 70 Prozent allein im südlichen Afrika. In Deutschland infizieren sich jährlich rund 2000 Menschen neu. Im vergangenen Jahr starben weltweit rund 2,8 Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit. In Afrika ist Aids die Haupttodesursache.
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