Genf, 27. Juni (AFP) - Die Immunschwäche-Krankheit Aids hat einen zerstörerischen Einfluss auf die wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Grundlagen strukturschwacher Länder. Aids könne deshalb in bestimmten Ländern ein Sicherheitsrisiko werden, warnte der Direktor der UN-Aids-Organisation, Peter Piot, in dem am Dienstag in Genf vorgestellten UNAIDS-Bericht für das Jahr 1999. Demnach waren Ende vergangenen Jahres weltweit 34,3 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Wenn kein Wunder geschehe, werden sie in den kommenden zehn Jahren sterben, heißt es in dem Bericht. Aids ist dem Bericht zufolge vor allem im südlichen Afrika für geringere Lebenserwartung, höhere Kindersterblichkeit und gebremstes Wirtschaftswachstum verantwortlich. Aus dieser Entwicklungskrise könnte nach Einschätzung von Piot schnell eine Sicherheitskrise werden.
Am schnellsten breitet sich Aids dem Bericht zufolge in den afrikanischen Ländern Botsuana, Swasiland, Simbabwe, Lesotho, Sambia, Namibia und Südafrika aus. Dort gibt es insgesamt 24,5 Millionen Betroffene, jeder fünfte Erwachsene ist Träger des HIV-Virus. In den sieben Ländern gab es 1999 auch die höchste Zahl der Neuinfizierten. Südafrika ist mit 4,2 Millionen das Land mit den meisten HIV-Infizierten weltweit. Stark betroffen sind auch Süd- und Südwestasien mit 5,6 Millionen Aids-Infizierten. In Westeuropa gibt es dem Bericht zufolge 520.000 Infizierte.
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