Genf, 14. Juni (AFP) - Der UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) sieht in Abtreibungen bei weltweit fünf Millionen ungewollt schwangeren Mädchen pro Jahr und in der Immunschwächekrankheit Aids die Hauptprobleme der sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Besonders der Mangel an Aufklärung und Bildung sowie die Diskriminierung von Frauen hätten in einigen Entwicklungsländern große Auswirkungen auf das Sexualverhalten junger Menschen, sagte die UNFPA-Leiterin Nafis Sadik am Dienstag in Genf. Die Sterblichkeitsrate bei ungewollt schwangeren Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren sei ein Drittel höher als die von Frauen im allgemeinen, fügte Sadik hinzu. Etwa 40 Prozent aller Abtreibungen bei Mädchen und jungen Frauen fänden unter gesundheitsschädigenden Bedingungen statt.
Die Hälfte aller weltweit registrierten Aids-Erkrankten und HIV-Infizierten sind nach Angaben des UN-Programms zur Bekämpfung von Aids (UNAIDS) Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 25 Jahren. In dieser Altersstufe seien besonders Mädchen und junge Frauen betroffen, sagte der Leiter des Programms Peter Piot. In einigen Regionen Ost- und Zentralafrikas hätten sich 20 Prozent der Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit meist älteren Männern mit dem Aids-erregenden HI-Virus infiziert, fügte Piot hinzu. Er betonte die Notwendigkeit von Informations- und Aufklärungsprogrammen.
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