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UNO/Frauen/ZF: UN-Generalsekretär Annan fordert mehr Rechte für Frauen - Knapp 180 Regierungen bei Weltfrauenkonferenz in New York (mit Hillary Clinton)

Agence France-Presse - Juni 6, 2000

New York, 6. Juni (AFP) - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat am Montag bei der Weltfrauenkonferenz in New York mehr Rechte für Frauen gefordert. Wachsende Probleme durch AIDS, Gewalt gegen Frauen und den weltweiten Frauen- und Kinderhandel gefährdeten den Prozess der Gleichberechtigung, sagte Annan bei der Eröffnung der fünftägigen Konferenz. Ebenso wie US-Präsidentenfrau Hillary Clinton bezeichnete der Generalsekretär Bildung und die Vergabe von Kleinstkrediten zur Unternehmensgründung als geeignete Mittel gegen Diskriminierung. Zweidrittel der 110 Millionen Kinder, die nicht zur Schule gingen, seien Mädchen. "Die Zukunft dieses Planeten hängt von den Frauen ab," sagte Annan. Annan und Clinton würdigten die Fortschritte, die in den vergangenen fünf Jahren seit der Weltfrauenkonferenz in Peking gemacht worden seien. Neben Vertreterinnen von 179 Regierungen nehmen auch Vertreter von 1200 regierungsunabhängigen Organisationen an der Sondersitzung "Peking plus fünf" der UN-Vollversammlung teil.

Annan bezeichnete die Bedeutung der Bildung von Frauen und Mädchen als Eingangstür zur globalen Wirtschaft. Mehr Staaten hätten inzwischen begriffen, dass die Gleichberechtigung von Frauen eine Voraussetzung für die Entwicklung ihres Landes sei. Mädchen mit einer besseren Bildung seien eher in der Lage, sich vor AIDS zu schützen, und weniger gefährdet, in die Prostitution abzurutschen.

Vor allem Frauen und Mädchen müssten der Immunschwäche AIDS einen verheerenden Tribut zollen, sagte Annan weiter. In den am schlimmsten betroffenen Städten in Südafrika seien 40 Prozent der schwangeren Frauen mit dem HIV-Virus infiziert. Mehr als zehn Prozent der Kinder hätten ihre Mütter durch AIDS verloren. Clinton betonte, dass dies nicht nur ein afrikanisches Problem sei. "Jede Regierung, jede Nicht-Regierungsorganisation, jedes Unternehmen" müsse den Kampf gegen AIDS mitführen, sagte Clinton. Auch der Handel mit Kindern und Frauen müsse unterbunden und diejenigen verfolgt werden, die von ihm profitieren.

Clinton unterstrich die Bedeutung der Konferenz von 1995. In Peking hätten Frauen ihr jahrhundertelanges Schweigen gebrochen. Seitdem hätten Regierungen neue Gesetze erlassen, um das Heiratsalter hochzusetzen, die Verstümmelung weiblicher Genitalien zu unterbinden und häusliche Gewalt zu ächten. Peking war auch der Beginn einer von Clinton mitinitiierten Kampagne gewesen. Bis zum Jahr 2005 sollen Kleinstkredite an die 100 Millionen ärmsten Familien der Welt verteilt werden. 13,8 Millionen Kredite sind bereits vergeben, Dreiviertel davon an Frauen.

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