Maputo, 5. Juni (AFP) - In Mosambik werden mehr als eine Million Kinder in den kommenden fünf Jahren ihre Eltern durch die Immunschwächekrankheit Aids verloren haben. Darauf wies das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Montag in Mosambiks Hauptstadt Maputo hin. UNICEF-Sprecher Ian Macleod sagte, am schlimmsten betroffen seien die zentralen Provinzen des südostafrikanischen Landes. Mosambik gilt unter den Staaten des südlichen Afrikas als der am wenigsten von der Immunschwächekrankheit betroffene. Die Regierung in Maputo führt die zahlreichen Aids-Fälle im Zentrum und Norden des Landes auf die Nähe zu Sambia, Simbabwe und Malawi zurück.
In den vier Provinzen Manica, Sofala, Tete und Zambezia ist Macleod zufolge einer von vier Erwachsenen HIV-positiv. Bislang liege die Zahl der so genannten Aids-Waisen - das sind Kinder unter 15 Jahren, die entweder ihre Mutter oder beide Eltern durch Aids verloren haben - bei schätzungsweise 350.000. Laut Statistiken der mosambikanischen Regierung vom vergangenen Jahr waren etwa 15 Prozent der 17 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung Mosambiks HIV-positiv. Täglich kamen demnach im Durchschnitt 700 Menschen hinzu.
Macleod sagte, es sei unmöglich, Waisenhäuser für 350.000 Kinder zu bauen. Er forderte die mosambikanischen Gemeinden auf, sich der Aids-Waisen anzunehmen und ihnen ein "normales Leben" zu ermöglichen.
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