Pretoria, 6. Mai (AFP) - Gut zwei Monate vor der Weltaidskonferenz in Südafrika hat Präsident Tabi Mbeki am Samstag in Pretoria eine internationale Tagung zum Kampf gegen die Immunschwächekrankheit eröffnet. Bei dem Treffen von 33 Wissenschaftlern aus 14 Ländern waren auch alternative Forscher vertreten, die etwa die These aufstellen, Aids werde in Ländern der so genannten Dritten Welt von mangelnder Hygiene verursacht und nicht durch das Aids-Virus HIV übertragen. Die Querdenker saßen Seite an Seite mit Größen der Aids-Forschung wie dem Franzosen Luc Montagnier, dem Entdecker des HI-Virus. Peter Duesberg und David Rasnick aus den USA und der Südafrikaner Sam Mhlongo sind im Gegensatz zur etablierten Medizin davon überzeugt, dass die Wurzeln der Immunschwächekrankheit Armut, Unterernährung, mangelnde Hygiene und weitere Krankheiten seien.
Mbeki verteidigte die Einladung an die alternativen Wissenschaftler mit dem Argument, dass die Suche nach Lösungen im Kampf gegen Aids nicht nur auf dem aufgebaut sein könne, was in der Medizin `als biblische Wahrheit" gepredigt werde. Er verbot in seinem Land bereits die staatliche Abgabe des Aids-Medikamentes AZT an Schwangere. Dies erfolge aus Kostengründen und weil AZT unkalkulierbare Gesundheitsrisiken berge. Von den 5,6 Millionen Menschen, die sich weltweit 1999 mit dem HI-Virus angesteckt haben, leben 3,8 Millionen in Afrika südlich der Sahara. In Südafrika waren Ende vergangenen Jahres 4,2 Millionen Menschen HIV-positiv, mehr als jeder zehnte Einwohner.
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