Paris, 4. Mai (AFP) - Der lebensgefährliche Aids-Virus könnte jüngsten Forschungen zufolge künftig als Heilsbringer in der Medizin dienen - und womöglich sogar als Hilfsmittel gegen die Immunschwächekrankheit selbst. Das Pariser Forschungsinstitut Pasteur ging am Donnerstag mit Testergebnissen an die Öffentlichkeit, wonach der Virus - unschädlich gemacht - als `Transportmittel für Heil-Gene" dienen könnte. Auf diese Weise könnten in bestimmten Fällen genetisch bedingte Krankheiten, Krebs und womöglich die Immunschwächekrankheit selbst behandelt werden. Federführend bei den Forschungen, deren Ergebnisse in der US-Fachzeitschrift `Cell" veröffentlicht sind - war der 36-jährige Genforscher Pierre Charneau.
"Alle Gene des Virus werden durch 'heilende Gene' ersetzt", sagte Charneau. `Vom Virus selbst bewahren wir nur die Maschinerie, die es ihm erlaubt, in die Zellen einzudringen." Das Risiko einer Ansteckung durch dieses Verfahren, das von Medizinern auch als `Gen-Fähre" bezeichnet wird, könne vollständig ausgeschlossen werden. Bei der Therapie von genetisch bedingten Krankheiten etwa würde die `Gen-Fähre" defekte Gene durch gesunde ersetzen.
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