Agence France-Presse - Februar 24, 2000
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Tokio, 24. Februar (AFP) - Im Skandal um mit dem Aids-Virus verseuchte Blutprodukte sind in Japan drei ehemalige Pharma-Manager zu Haftstrafen verurteilt worden. Die drei Ex-Manager hätten ihr Profitstreben über die Verantwortung für die Patienten gestellt, begründete Richter Mikio Miyoshi am Donnerstag in Osaka das Urteil. Er verhängte Gefängnisstrafen zwischen 14 Monaten und drei Jahren. Der frühere Präsident des Pharmakonzerns Green Cross, Renzo Matsushita, sein Stellvertreter Tadakazu Suyama und der Manager Takehiko Kawano sind die ersten, die im Zusammenhang mit dem Skandal Mitte der 80er Jahre verurteilt wurden. Damals wurden 1434 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Bisher starben 493 von ihnen.
Die Verurteilten kündigten an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Sie hatten die Blutprodukte, die vor allem von Blutern verwendet wurden, erst 1986 aus dem Verkehr gezogen. Die Manager gaben an, zuvor nicht über die von den Produkten ausgehende Gefahr informiert gewesen zu sein. In Tokio laufen noch weitere Verfahren im Zusammenhang mit dem Skandal. Dort steht der frühere Gesundheitsminister Akihito Matsumura sowie der ehemalige Chef der japanischen Aids-Überwachungs-Behörde, Takeshi Abe, vor Gericht.
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