Livingstone/Wien, 3. März (AFP) - Zu Beginn einer Aids-Konferenz im südafrikanischen Staat Sambia hat UNESCO-Generalsekretär Koichiro Matsuura vor einer raschen Ausbreitung der Immunschwächekrankheit in Südasien gewarnt. Die Pandemie breite sich dort "sehr schnell" aus, sagte Matsuura am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP im sambischen Livingstone. Dort beraten unter dem Vorsitz des UNESCO-Chefs bis Freitag die Leiter von neun UN-Organisationen sowie Regierungsvertreter aus rund 20 afrikanischen Staaten über den Kampf gegen die Immunschwäche. Wie in Afrika breite sich Aids auch in Südasien vor allem über Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau aus, sagte Matsuura. Asien habe dabei allerdings den Vorteil einer besseren Gesundheitsversorgung.
Matsuura lobte Regierungen wie in Thailand oder China, wo Aids kein Tabu mehr sei, sondern dem Kampf gegen die Krankheit besondere Priorität eingeräumt werde. Der Chef der UN-Kulturorganisation nannte Bildung einen Schlüssel zur Bekämpfung der Seuche. Insbesondere Sexualerziehung für Mädchen sei dabei entscheidend. Als Voraussetzung für eine wirksame Aids-Bekämpfung bezeichnete Matsuura das Bewusstsein für die Gefahr in den jeweiligen Regierungen. Sambia wurde wegen der besonders hohen Aids-Rate als Gastgeberland für die Tagung ausgewählt. In dem Land sind nach UN-Schätzungen bis zu 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung HIV-positiv.
Die UN-Drogenkontrollbehörde INCB stellte in ihrem Jahresbericht 2003 einen Zusammenhang zwischen dem weltweit steigenden Konsum von Heroin und der Verbreitung von Aids her. Der Heroin-Konsum nehme insbesondere in China, dem südlichen Afrika und den Staaten der früheren Sowjetunion zu, alles Staaten mit einer hohen HIV-Rate, wie die INCB in Wien mitteilte. Der wachsende Heroin-Konsum gehe auch mit einer steigenden Opium-Produktion in Afghanistan einher. Im Vergleich zu 2002 sei die Opium-Produktion in Afghanistan nochmals stark gestiegen. In dem Opium-Produktionsland Nummer eins sind die Herstellung und der Handel mit Drogen nach Angaben der UN-Organisation mittlerweile die Haupt-Einkommensquelle und wichtigster Beschäftigungsbereich.
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